Grenzpendler | Grænsependlere

Risiko Krankheit: bist DU ausreichend versichert?

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. DruckenE-Mail

Auf der Jahreshauptversamlung 2010 hielt Peter Hansen (Infocenter Grenze) einen Vortrag über die Krankenversicherung für Grenzpendler, die in Dänemark wohnen und in Deutschland arbeiten. Hier die wesentlichen Ergebnisse kurz zusammengefasst:

Zwei unterschiedliche Versicherungssysteme für einen Grenzpendler

In Deutschland besteht für alle (Grenzpendler) eine Versicherungspflicht, wenn sie weniger als 49.950 € verdienen. Beamte sind der „Beihilfe“ angeschlossen, sollten aber eine Beihilfezusatzversicherung abschließen. Man zahlt eine Prämie an eine gesetzliche oder private Krankenkasse; davon zahlt der Arbeitgeber die Hälfte. Dafür hat der Versicherungsnehmer Anspruch auf Geldleistungen (Krankentagegeld) und Sachleistungen (ärztliche und medizinische Behandlung) in Deutschland. Bei einigen Krankenkassen ist die Familie auch mitversichert. Wer Rente aus Deutschland bezieht, kann seit 2005 auch Leistungen in Deutschland in Anspruch nehmen.

Hubschrauber der Rettungsflugwacht Niebüll

Der Rettungshubschrauber der Deutschen Rettungsflugwacht in Niebüll – einer der wenigen Rettungshubschrauber in Europa, die grenzüberschreitend Menschenleben retten.

In Dänemark hat man demgegenüber ein staatliches Gesundheitssystem. Die Beiträge dafür werden über die Einkommenssteuer entrichtet. Da es ein solidarisches System ist, sind auch Grenzpendler (die keine Steuern in Dänemark zahlen) versichert, weil sie ihren Wohnort in Dänemark haben. Dies berechtigt zu Naturalleistungen (ärztliche und medizinische Behandlung in Dänemark), die Dänemark wiederum der deutschen Versicherung in Rechnung stellt. Deshalb muss der Grenzpendler in seiner Kommune eine Bescheinigung E 106 abgeben, die die deutsche Krankenversicherung ausstellt.

Unser VEG-Tipp: Grenzpendler haben in der Regel also eine Krankenversicherung in Deutschland und Dänemark. Deshalb lohnt es sich, die unterschiedlichen Leistungen in beiden Ländern genau zu vergleichen. Es gibt erhebliche Unterschiede! Das gilt auch für Vorsorgeuntersuchungen.

EU-Verordnungen gelten auch für dich

Grenzpendler haben aber nicht einen doppelten Versicherungsschutz. Die Koordinierung der sozialen Versicherungen und damit auch der Krankenversicherungen ist durch die EU-Verordnung 1408/71 geregelt. Die Verordnung wird – vermutlich ab 01.05.2010 – durch die neue EU-Verordnung 883/04 und deren Durchführungsverordnung 989/09 geregelt. Ganz konkret bedeutet dies u.a., dass die E-Formulare durch elektronische Formulare ersetzt werden.

Trotz dieser Koordinierung der EU müssen Grenzpendler in der kommenden Zeit aber mit neuen Problemen rechnen, denn seit 01.01.2010 ist das Erstattungsverzichtsabkommen zwischen Dänemark und Deutschland gekündigt worden, d.h. das ärztliche und medizinische Leistungen zwischen den beiden Ländern werden in Zukunft konkret in Rechnung gestellt werden. Wie es sich in der Praxis auswirken wird, ist allerdings noch nicht ganz deutlich.

Unser VEG-Tipp: über die verschiedenen E-Formulare kann man sich auf der Internetseite www.grensarbeider.nl informieren

Gelbe dänische, blaue EU und deutsche Krankenversicherungskarte – und trotzdem braucht man Zusatzversicherungen!

VEG-Grenzpendler haben in der Regel drei Krankenversicherungskarten, eine gelbe dänische Versicherungskarte, eine blaue EU-Versicherungskarte (wird in Deutschland ausgestellt) und eine deutsche Krankenversicherungskarte. Die EU-Versicherungskarte ist bei Ferienreisen im EU-Ausland am gebräuchlichsten und sichert die gleichen Leistungen wie für Inländer. Reist man in Länder auβerhalb der EU, sollte man sich zusätzlich versichern. Eine Heimreiseversicherung muss ebenfalls zusätzlich abgeschlossen werden. Achtung: Die gelbe dänische Versicherungskarte gibt in der Regel keinen Versicherungsschutz, wenn sie auβerhalb Dänemarks einer Arbeit nachgehen. Dies erfordert eine zusätzliche Krankenversicherung.

Unser VEG-Tipp: Zusatzversicherungen sind vielfach überteuert. überleg dir vorher genau, welches Risiko abgesichert werden soll und hole mehrere Angebote ein. Es lohnt sich!

Hast DU gute Tips für uns – dann schick uns einfach eine Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. !